Wochenthema #49: „Mut, sich auf das Leben einzulassen“

Als ich in dem Alter war dass ich anfing auf Partys zu gehen, kamen gerade die ersten Mobiltelefone auf (Nokia 5110, wer das noch kennt ;-). Das änderte ganz fundamental die Art und Weise, wie wir uns abends verabredeten. Während wir zuvor irgendwas ausmachten, alle irgendwann eintrudelten und man dann weiterschaute, fingen jetzt Leute damit, sich bewusst nicht mehr zu verabreden – sondern erst Samstag Abends verschiedene Menschen die schon unterwegs waren anzurufen, um herauszufinden, welche Party denn nun die coolste sei und dann dort aufzutauchen.

Wir waren natürlich sehr enttäuscht von der einen Freundin, die das besonders konsequent so handhabte — denn offensichtlich ging es ihr weniger um uns, als um die angesagteste Party. Aber noch etwas ging meiner Meinung nach mit der neuen Technik verloren: die Fähigkeit, den Abend einfach so anzunehmen wie er kommt. Und dann damit zu sein — auch wenn es ganz anders läuft als geplant und es nicht die erwartete coole Party wird.

Heute ist alles wahnsinnig durchgeplant. Überraschungen, Dinge die ganz anders laufen als vorgesehen ertragen wir oft nur noch schwer. Wir beamen uns innerlich weg oder gehen wieder den gewohnten Weg — durch die Informationen, die uns unser Smartphone zur Verfügung stellt, versuchen wir, immer alles unter Kontrolle zu behalten.

Was wir dabei vergessen? Zu Leben! Denn das Leben zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass es nicht planbar ist. Das Leben liebt Überraschungen und Herausforderungen – wie langweilig, wenn wir versuchen, diese wegzuorganisieren. Und dafür brauchen wir Mut. Uns bewusst einzulassen, auf den Augenblick, auf die Situation — um ganz bewusst in den Strom des Lebens einzutauchen.

Einer meiner Meditationslehrer, Lothar Schwalm, sagte einmal, dass wir zum meditieren „Heldenmut“ brauchen. So richtig habe ich damals nicht verstanden, was er damit meinte — so wahnsinnig mutig fühlte ich mich nicht, als ich da auf meinem Sitzkissen saß und versuchte konzentriert meinen Atem zu beobachten.

Heute verstehe ich, dass das mutige am Meditieren darin besteht, dass wir uns ganz bewusst und 100-prozentig auf den Augenblick einlassen — uns nicht ablenken, uns nichts schönreden, nicht darauf warten, dass es vorbeigeht — sondern dabei sind, mit jeder Faser unseres Körpers. Wie auch in jeder Yogastunde — wir geben uns den Übungen hin, gehen in Ihnen auf, spüren alles was da ist, ob angenehm oder unangenehm – und genau deswegen fühlen wir uns so lebendig während wir praktizieren.

Lasst uns diese Woche im ELEMENT Ost den Mut kultivieren den es braucht, um uns nicht nur unserem Körper und unserer Atmung, sondern unserem Leben ganz hinzugeben.

Namasté

Florian

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